Doris Trachsel

2013/14, meine zehnte Weltcup-Saison.

News

Zwischenstand nach Saisonhälfte (29.1.2014)

Mein Weg nach Sochi ist beendet! Die Leistungen in den vergangenen Wochen waren zwar nicht schlecht aber eben auch zu wenig gut um eine vollständige Olympianorm zu erfüllen. Wie geht es mir? Klar bin ich enttäuscht. Erneut nach Vancouver 2010 an Olympischen Spielen teilzunehmen war ein grosses Ziel. Dafür investierte ich in dieser Saison nochmals alles. Dass es nicht einfach werden würde, war mir stets bewusst. Es gab einige Herausforderungen zu meistern damit ich überhaupt diesen Weg gehen konnte. Trotzdem bin ich dankbar für die Erfahrungen und danke all den Personen und Sponsoren, die mich auf diesem Weg unterstützt haben.

Wie geht es weiter? Ich bin nach wie vor motiviert und interessiert Wettkämpfe zu laufen, dafür habe ich schliesslich trainiert. Nach meinem 22. Rang beim Weltcup im polnischen Szklarska Poreba, meinem bislang besten Distanzergebnis im Weltcup, hoffte ich auf einen weiteren Weltcupeinsatz. Aus nicht nachvollziehbaren Gründen werde ich jedoch nicht für den Weltcup vom kommenden Wochenende aufgeboten. Als "Nicht-Kaderathletin" habe ich wohl einfach schlechtere Karten.... Deshalb habe ich mich entschieden am 42. König Ludwig Lauf im bayerischen Oberammergau teilzunehmen und mich für einmal über die Langdistanz zu messen. Wie es nach dieser Saison weitergehen wird, habe ich noch nicht entschieden. Da werden die nächsten Wochen bestimmt Klarheit bringen.

Vielen Dank an Urs Steger für die Fotos! (www2.nordic-online.ch)

 

Neues Jahr, neues Glück (6.1.2014)

Dank dem schneereichen "Geschenk" aus dem alten Jahr lässt der Winter nun nichts mehr zu wünschen übrig. In diesem Sinne wünsche ich allen ein gesundes und erfolgreiches 2014!

Da fällt der erste Saisonrückblick eher bescheiden aus. Obschon mir beim Swiss-Cup in Campra zum Jahresende zwei gute Wettkämpfe im Sprint und über die 10 Kilometer, beide im Freistil, gelangen und sich mir die steigende Formkurve bestätigte, konnte ich im Weltcup bislang nicht überzeugen. In Davos gelang mir im Sprint eine ansprechende Leistung, der 52. Rang war da eher undankbar. Beim Klassisch Sprint in Asiago resultierte nur der 40. Rang. Es fehlten knapp zwei Sekunden für die Finalläufe. Keine schlechten Leistungen doch fehlte der letzte "Zwick". Die erforderlichen Resultate lassen auf sich warten was die Situation nicht erleichtert. Bis Ende Januar bleiben nicht mehr allzu viele Möglichkeiten sich für die Olympischen Spiele zu empfehlen.

Vorerst werde ich mein Können im COC-Cup unter Beweis stellen müssen. Am kommenden Wochenende bestreite ich in Chamonix/FRA drei Wettkämpfe. Beim Skating Sprint, über 10 Kilometer Klassisch und beim Skiathlon über 15 Kilometer gilt es zu überzeugen um sich für einen weiteren Start im Weltcup zu empfehlen.

 

Weltcup in Davos (17.12.2013)

Nach zwei Weltcup-Wochenenden in Skandinavien hielt der Weltcuptross am letzten Wochenende in Davos. Die Motivation, aber auch die Erwartungshaltung vor heimischem Publikum und auf vertrauter Strecke, sich möglichst gut zu präsentieren waren hoch. Die Atmosphäre am Heimweltcup war wie immer einmalig - Zurufe, ohrenbetäubendes Glockengebimmel und sonniges Wetter sorgten für eine tolle Stimmung. So liess sich die Strecke ins schattige Flüelatal etwas "energischer" in Angriff nehmen. Während Bettina sich gezielt auf den Sprint vom Sonntag vorbereitete, hatte ich mich im Vorfeld bereits entschieden auch am Samstag das Einzelrennen über die 15 Kilometer Freistil zu bestreiten.

Zur Erfüllung der Olympialimiten werden Resultate in den Top 30 gefordert. Eine Herausforderung für mich, die ich nicht erwartete gleich in Davos zu erreichen. Beide Wettkämpfe wurden in der Freien Technik ausgetragen, welche ich nicht zu meiner Stärke zählen kann. Ebenso war mir bewusst, dass meine Chancen auf ein gutes Resultat eher im Sprint als im Distanzbereich liegen würden. Dennoch wollte ich meine Chancen nutzen, das gute Gefühl und die steigende Form mit der internationalen Konkurrenz zu vergleichen. Am Samstag lief es jedoch nicht gut, von Beginn an hatte ich Mühe einen guten, effizienten Rhythmus zu finden und mit rund anderthalb Minuten Rückstand auf die Punktränge war ich nicht zufrieden. Ganz anders am Sonntag. Das gute Gefühl kehrte zurück, die Beine fühlten sich trotz 15 Rennkilometer viel besser an und mit knapp acht Sekunden Rückstand gelang mir ein gutes Rennen.

Der Aufwärtstrend machte sich auch bei Bettina bemerkbar. Sie lieferte ein solides Rennen und verlor rund 6.5 Sekunden auf die Spitze. Obschon der Rückstand bei uns beiden nicht allzu hoch war, reichte es nicht für den Viertelfinaleinzug. Die nächste Chance, die sich uns bieten wird, ist am kommenden Wochenende. Im italienischen Asiago werden ein Sprint und ein Teamsprint in der Klassischen Technik ausgetragen.

 

Feinschliff im hohen Norden (4.12.2013)

Die Fluggesellschaft Finnair beendete ihren Arbeiterstreik frühzeitig, so dass es mit einer viertägigen Verspätung doch noch nach Finnland reichte. Die Reise führte mich bis über den Polarkreis nach Saariselkä, einen beliebten Wintersportort im finnischen Lappland wo ich gemeinsam mit dem Schweizer U-24 Langlaufteam zehn Trainingstage verbrachte.

Vorort erwartete uns ein grosszügiges Loipennetz, welches für ideale und abwechslungsreiche Trainingsbedingungen sorgte. Da es mit dem Tageslicht eher spärlich bestellt war, wurde die zweite Trainingseinheit immer bei Dunkelheit absolviert. Wer aber glaubt, dass man nur mit Stirnlampe durch die verschneiten Wälder laufen kann, täuscht sich. Ein Grossteil der Loipen sind beleuchtet, weswegen meine Stirnlampe nicht oft zum Einsatz kam. Bei Dunkelheit alleine in der Weite der finnischen Wälder wo sich Wolf und Renntiere "Gutenacht sagen", nein danke!

Obschon die Dunkelheit den grössten Teil beherrschte, liess sich die Sonne fast täglich blicken. Das Lichtspiel am Horizont sorgte für wunderschöne und verzaubernde Winterkulissen, so dass vor allem die morgendlichen Trainingseinheiten für die langen Erkundungstouren genutzt wurden. Einzig die klirrende Kälte, die uns an einigen Tagen eisige Hände und Füsse bescherten, verkürzte die eine oder andere Tour.

Zum Abschluss meines Aufenthaltes im Heimatland des Santa Claus nutzte ich gleich die Gelegenheit meinen Wunschzettel persönlich bei "Santa’s Office" abzuliefern... sicher ist sicher!

Nach einer guten Vorbereitung im Norden, Erholung und Akklimatisation in Realp geht es dieses Wochenende nun richtig los. Mit dem Swiss-Cup im Goms, bei dem ich im Skating Sprint und über die zehn Kilometer Klassisch am Start stehe, fällt der Startschuss in den Olympiawinter auch für mich.

 

Der Winter kommt...der letzte Formschliff steht an
(14.11.2013)

Der Oktober verlief wie im Fluge. Die meiste Zeit verbrachte ich in Realp mit Training auf der Rollskibahn, im Kraftraum oder unterwegs zu Fuss. Mit Berg- oder Skigangtouren auf die umliegenden Gipfel war jedoch ab Mitte Oktober Schluss. Dafür sorgte eine Kaltfront, die den ersten Schnee mit sich brachte. Zwar reichte es auf unserer Höhe von 1500 Metern über Meer noch nicht für Skitraining aus damit musste ich mich bis November gedulden. Zwischendurch verbrachte ich ein paar ruhige Tage zu Hause, genoss die herbstliche Stimmung und die herrliche Aussicht und liess mich etwas verwöhnen.

Nach Monate langem Rollskitraining ist die Vorfreude auf die ersten Skieinheiten jeweils besonders gross. Und weil seit einigen Jahren dank übersommertem Schnee in Davos bereits ab anfangs November eine etwa 1.3 Kilometerlange Loipe präpariert wird, zog es mich einmal mehr in die alte "Heimat". Die kurze Runde im Flüelatal bot ideale Bedingungen für die ersten Schneekilometer und intensiven Skieinheiten. So drehte ich einmal täglich meine Runden und feilte an Technik und Kondition. Daneben waren Krafttraining oder lockere Fusstrainings auf dem Programm.

In dieser Saison hatten Bettina und ich wenige gemeinsame Trainingseinheiten und Treffpunkte, umso mehr freute ich mich natürlich sie an ihrem Wohnort zu treffen und zu hören, dass es ihr soweit gut geht und das Training mehrheitlich nach Plan verläuft. Unseren Formstand konnten wir gleich bei zwei Testwettkämpfen im Flüela, die von Swiss-Ski organisiert wurden, prüfen. Bei einem Sprint im freien Stil und einem Klassisch Rennen über rund 10 Kilometer wurden um die Sekunden gekämpft. Während Bettina in beiden Disziplinen gute Resultate erzielen konnte, musste ich vor allem im Sprint ziemlich einstecken dafür lief es über die Klassische Distanz erfreulich gut. Nichtsdestotrotz werden wir die nächsten Wochen noch intensiv an unserer Form und Technik arbeiten. Zum Saisonstart gilt es dann frisch und spritzig zu sein.

Für die letzte Vorbereitung wird Bettina mit dem Weltcup-Team ins schwedische Kiruna reisen. Bei mir hingegen ist Geduld und Flexibilität gefragt. Ursprünglich wäre ich heute mit dem U24-Team nach Saariselkä (Finnland) gereist. Wegen eines drohenden Arbeiterstreiks bei der Flugairline Finnair wurden jedoch die Flüge gecancelt und die Reise ist bis auf weiteres verschoben. Abwarten und trainieren in Realp ist angesagt.

 

Trainingskurs im Goms (14.10.2013)

Anfangs Dezember werde ich mit dem Swiss-Cup im Goms meine Wettkampfsaison beginnen. In Ulrichen werden uns anspruchsvolle Strecken erwarten, die den meisten Langlaufcracks bekannt sein dürften. Eine gute Gelegenheit, das vertraute Gelände mal bei herbstlichen Bedingungen in Augenschein zu nehmen. Während die gesamte Schweizer Biathlon-Nationalmannschaft für fünf Tage in Reckingen untergebracht war, fand ich bei Rahel Imoberdorf in Münster Unterkunft. Rahel wohnt im Goms und kommt für einige Trainings immer mal wieder nach Realp. Zur Abwechslung war ich nun einmal in ihrer Heimat zu Besuch. Eine ideale Trainingsgemeinschaft, von der wir beide profitieren können. Vielen Dank!

Die Einheimischen rühmen das Goms für das schöne und sonnige Wetter, wenn die übrige Schweiz jeweils im Nebelmeer oder Regen verweilen muss. Ganz so wunderbares Herbstwetter mit blauem Himmel und Sonnenschein erlebten wir zwar nicht. Doch meistens blieb es trocken und dank den nachmittäglichen Sonnenstrahlen auch recht warm. So wurde anstelle von Runden drehen auf der Rollskibahn, fleissig Höhenmeter absolviert. Gleich dreimal ging es von Geschinen auf den Nufenen und einmal auf die Furka. Eine Schigangtour auf die Fiescheralp gehörte ebenso dazu wie das Krafttraining. Nach einer Woche mit vielen und teils auch intensiven Trainingsstunden im Goms, geht das Training für mich die nächsten zwei Wochen in Realp weiter. Bevor aber der erste Schnee in die Tieflagen fallen soll, geniesse ich das herbstliche Wetter mit Schigangtouren auf die umliegenden Gipfel und Pässe.

 

Sonne, Schnee und Berge (22.8.2013)

Dank dem Damen und Junioren Biathlon-Team, die ich diese Saison mehrheitlich in die Trainingskurse begleiten darf, kam ich anfangs August nach Oberhof. Der Olympia-Stützpunkt der Deutschen ist seit vielen Jahren ein regelmässig besuchter Trainingsort, der für uns Wintersportler zwei verschiedene Rollskibahnen und einen Skitunnel zu bieten hat. Für Oberhof eher untypisch, erwischten wir eine sonnige und warme Woche, die für trockene Trainings zu Fuss und auf den Rollski sorgte. So brauchte ich die warmen Kleider nur für die morgendlichen Trainingseinheiten im Skitunnel. Gemeinsam mit Rahel Imoberdorf, ebenfalls Langläuferin, feilte ich an der Technik und absolvierte ein paar schnellere Trainingseinheiten auf den Langlaufski. Trotz dem eher eintönigem Runden drehen im Tunnel, das Gefühl auf den Skier war gut und gab eine angenehme Abwechslung zum stetigen Rollskitraining. Ebenso für Abwechslung sorgte das allmorgendliche "Footing", Fusslauf und Gymnastik vor dem Frühstück. So verkürzte sich das "Aufwachprozedere" und am Frühstückstisch herrschte beinahe immer schon gute Laune.

Über das Wetter lässt sich zurzeit nicht klagen, die Sonne beschert uns seit Wochen herrliche und angenehme Trainingsbedingungen. Nach dem wöchigen Aufenthalt im Thüringer Wald reiste ich direkt ins Engadin. Bei strahlendem Sonnenschein erkundetet sich die neue Trainingsgegend besonders gut und hilft die harten Intervalle etwas besser zu verkraften. Knapp zwei Wochen verweile ich in der Heimat von Selina Gasparin, beste Schweizer Biathletin und gute Freundin. Sei es auf der Velostrecke zwischen S-chanf und La Punt mit den Rollski, zu Fuss auf den Wanderwegen, mit dem Bike oder auf dem Wasser beim Segeln, attraktive Trainingsmöglichkeiten finden sich mehr als genug im Engadin. Gemeinsam wird viel trainiert, philosophiert und diskutiert - interessante und ausgefüllte Trainingstage. Danke Selina!

 

Trainingskurs Oberstdorf (3.7.2013)

Es sind einige Jahre vergangen seit ich das letzte Mal in Oberstdorf war. In Erinnerung sind mir vor allem die Weltmeisterschaften 2005, als ich noch als junge und eher unerfahrene Weltcupläuferin die ersten Erfahrungen an Grossanlässen sammelte, und die steilen und langen Aufstiege der Weltcupstrecken. Ziemlich genau auf diesen Strecken verläuft mittlerweile eine fünf Kilometer lange Rollskibahn, die ideale Trainingsbedingungen im Sommer bieten. Es werden aber nicht nur die physischen Fähigkeiten an den Aufstiegen gefordert, sondern auch die Akrobatik und Reaktionsfähigkeit in den nachfolgenden Abfahrten. Diese hatten es nämlich bei nasser Witterung in sich, das musste ich am eigenen Leibe erfahren. Kopfvoran flog ich den Hang hinunter und blieb dank Helm unverletzt. Es war jedoch Grund genug für mich bei den künftigen Trainingseinheiten diese Teilstrecke auszulassen, man muss das Glück ja nicht gleich herausfordern.

Durch das Angebot von Bärti Manhart, meinen ehemaligen Trainer in der U20-Nationalmannschaft und jetzt Trainer des U24-Teams, erhielt ich die Möglichkeit eine Trainingswoche mit den jungen Langläuferinnen und Langläufer zu absolvieren. Nebst den Kraft- und Ausdauereinheiten absolvierten wir drei intensive Einheiten auf Rollski und zu Fuss, bei denen wir uns teils mit der deutschen Konkurrenz messen konnten. So genoss ich eine intensive und vielfältige Trainingswoche, die mir Spass machte und die mich motivierte.

Mit dem Kursende schloss ich ebenfalls eine positive Monatsbilanz ab. Im Juni konnte ich gut trainieren und fühle mich physisch wie psychisch stärker als noch im Mai. Ich befinde mich auf dem richtigen Weg und freue mich im Juli fast ausschliesslich in Realp zu trainieren.

 

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